• janice.allermann

Habitualisierte Reaktion: Ärger, Wut, Hass – Teil 1


Kennst du das? Jemand nimmt dir die Vorfahrt, drängelt sich an der Supermarktkasse vor, schnappt sich dein Lieblingsprojekt auf der Arbeit – du fühlst dich ungerecht behandelt, Ärger, Wut, vielleicht sogar Hass kommen auf. Manchmal schluckst du diese Gefühle einfach runter, manchmal rutscht dir ein schnippischer Kommentar raus, manchmal explodierst du.


In solchen oder ähnliche Situationen hat sich wohl jeder schon einmal wiedergefunden. Die einen sagen „Es ist gut seinem Ärger Luft zu machen – alles rauslassen – alles in sich ‚hineinfressen‘ hilft auch nicht – irgendwann explodiert es aus einem heraus oder man wird krank davon“. Andere sagen „Ja ich war doch auch im Recht, der hat mir schließlich die Vorfahrt genommen.“


Gibt es einen anderen Weg? Einen Weg, bei dem dieses Gefühl der Wut gar nicht erst aufkommt?

Wenn wir diese Wut genauer betrachten, woher kommt sie?


Wir fühlen uns übergangen, ungerecht behandelt, wir denken wir sind im Recht mit unserer Reaktion. Unsere von Wut geleitete Reaktion wird zum Schutzmechanismus. Doch schützt sie uns wirklich? Geht es uns gut, wenn wir Ärger, Wut, oder sogar Hass in uns aufkommen spüren und/oder eine andere Person damit konfrontieren? Kann Ärger, Wut, Hass jemals zu etwas Positivem führen?


Zuerst einmal halten wir fest: Ärger, Wut, Hass sind hier nicht das primäre Gefühl um das es geht, sondern ein sekundäres habitualisiertes Verhalten – ein Schutzmechanismus, damit wir das Gefühl des ungerecht-behandelt-worden-seins nicht fühlen müssen. Wir haben gelernt, dass wir Gefühle, die in die Kategorie „unangenehm/tut weh“ fallen, nicht fühlen müssen. Stattdessen springt das erlernte heute meist automatisch ablaufende Reaktionsmuster der Wut an. So manchem – und ich spreche aus eigener Erfahrung – tut sein Wutausbruch kurz darauf schon wieder leid.

Aus der Yoga-Perspektive: Ärger, Wut und Hass sind negative Energien, die, wenn sie sich häufen und im Körper ansammeln, uns krank machen können. Auch die Psychologie weiß heute: langfristig chronisch-negative Emotionen können die Psyche und das Herz oder andere Organe belasten.



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Wenn du dich das nächste Mal in einer Situation befindest, in der du übergangen wirst oder dich ungerecht behandelt fühlst, bevor du in dein habitualisiertes Reaktionsmuster von Ärger/Wut/Hass verfällst, gehe folgende Punkte gedanklich für dich durch:


1. Wie fühle ich mich gerade wirklich? Was war vor der Wut? Welches Grundbedürfnis wurde verletzt?


2. Sieh dein Gegenüber als Menschen, der genau wie du Fehler macht – seine Beweggründe für sein Verhalten kennst du nicht. Vielleicht hat dich die Person einfach nur übersehen, vielleicht war sie in Eile ihr krankes Kind vom Kindergarten abzuholen.



„You never know what someone is going through. Be kind. Always.”



Teil 2: Wut heilen – die Kraft der Geduld aus einer Buddhistischen Perspektive

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